Neuigkeiten 05.02.2025

KI korrigiert schlecht

Ein Roboter sitzt in einem leeren Klassenraum und korrigiert eine Arbeit.
  • Autor*in Fraktion GymWBK im BPR Köln

Überall, wo ausgedünnte und überlastete Belegschaften der immer neuen Aufgaben nicht mehr Herr werden, ruhen neuerdings große Hoffnungen auf künstlicher Intelligenz, die irgendwie für Erleichterung sorgen soll. Nun also auch in der Schule.

Min.

Das Hamburger Unternehmen Fobizz vermarktet eine KI, die in der Lage sein soll, Lehrer*innen bei der Korrektur von Klassenarbeiten zu unterstützen und Schüler*innen hilfreiches Feedback zu geben. Zwar wird eine Nutzung der KI für die Notenbestimmung ausgeschlossen (und wäre auch gar nicht erlaubt), aber auch als Unterstützungstool würde sie viel Arbeit ersparen und gleichzeitig häufigeres und umfangreicheres Feedback ermöglichen.

Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es auch. Rainer Mühlhoff von der Uni Osnabrück und Marte Henningsen von der Uni Maastricht haben das Tool untersucht und kamen zum Ergebnis, dass das KI-Feedback in der Praxis wenig brauchbar ist. Bemängelt wurden v.a. uneinheitliche Bewertungen, unzuverlässige Fehlererkennung, inkonsistente Umsetzung von Bewertungskriterien und inkonsistentes Feedback. Auch führte die Umsetzung der von der KI gemachten Verbesserungsvorschläge nicht zuverlässig zu einer besseren Bewertung und, schlimmer noch: Eine Bestnote war nur durch von ChatGPT erzeugte Texte erreichbar.

Wir meinen: Gute Arbeit braucht Zeit – KI kann in vielen Feldern entlasten, bei der Korrektur und Benotung aber (noch?) nicht. Statt in teure KI-Lizenzen sollten die Länder lieber in Lehrer*innen aus Fleisch und Blut investieren.