Logineo soll nun 2019 kommen

Schulische Datenschutzprobleme gelöst?

Logineo nrw ist ein Internetdienst und besteht im Wesentlichen aus einem E-Maildienst sowie einem Cloudspeicher, also einer Datenablage im Internet (vergleichbar der »Dropbox«).
Logineo soll nun 2019 kommen

foto: stocpic.com / pexels

Das Besondere daran: Dieser Dienst wird vom Ministerium bereitgestellt und allen Schulen angeboten; die Verantwortung für die Datensicherheit liegt also beim Ministerium.
Seit 2016 wurde die Einführung von Logineo nrw mehrfach angekündigt und dann doch wieder verschoben. Aktuell soll das System ab Februar 2019 nach und nach an allen interessierten Schulen des Landes eingeführt werden.

Vielfach wird Logineo als die Lösung aller schulischen Datenschutzprobleme gefeiert – zu Recht?

Tatsächlich ist Logineo ein wichtiger Schritt vorwärts. Es ermöglicht den an das System angeschlossenen Nutzer*innen (Lehrer*innen) sicheren Datenaustausch über das Internet – entweder per E-Mail oder per Dateifreigabe im Cloudspeicher. Das ist eine gewaltige Verbesserung gegenüber der bisher üblichen Praxis, »irgendwelche« Dienste zu nutzen, die meist nicht einmal dem europäischen Datenschutzrecht unterliegen und deren Nutzung für personenbezogene Daten das MSB ausdrücklich untersagt hat.

Allerdings ist der Datenaustausch nur eine Seite der Datenschutz-Medaille: Eine wirklich sichere Lösung ist Logineo nur dann, wenn die Daten an Schul-PCs (im Verwaltungsnetz) oder auf sicheren, genehmigten Privat-PCs bearbeitet werden. Für den ersten Fall, nämlich den Datentransfer von einem Schul-PC zum nächsten, gibt es viel einfachere und bequemere Lösungen, die genauso sicher sind.

Entscheidend bleiben: sichere Endgeräte

Für den zweiten Fall, die Verarbeitung personenbezogener Daten auf privaten Endgeräten, ist der sichere Datentransfer über Logineo nur eine Teillösung. Auch die Geräte selbst müssen selbstverständlich den Anforderungen des MSB entsprechen, d.h. die Lehrer*innen müssen sich im bekannten Antrag auf Sicherheitsmaßnahmen verpflichten und die Schulleitung muss die Verwendung dieser Geräte explizit genehmigen – und dann auch für ihre Sicherheit geradestehen.

Die Sicherheit privater Endgeräte stellt aber gerade den Kern der aktuellen schulischen Datenschutzkrise dar: Viele Lehrer*innen sehen sich nicht im Stande, die Sicherheit ihrer Geräte nach den Vorgaben des MSB zu garantieren – und dort, wo Lehrer*innen einen eigenen Arbeitsplatz (also Schreibtisch, Regal und Materialien) haben, nämlich zu Hause, haben sie kein sicheres Dienstgerät; häufig nicht einmal in der Schule.

Falls Logineo kommendes Jahr also tatsächlich eingeführt werden sollte, wäre dies ein wichtiger Schritt, der zeigt, dass das Ministerium den Datenschutz in der Schule ernst nimmt. Es wäre aber quasi der zweite Schritt vor dem ersten: Wer eine Möglichkeit zum sicheren Datentransfer über das Internet schafft, sollte sich zuvor Gedanken über sichere Geräte zur Bearbeitung von Daten gemacht haben. Und hier führt nach wie vor kein Weg an Dienstgeräten vorbei, deren Sicherheit nur Dienstherr oder Schulträger verantworten können.